Lexikon

Der Hipster Style

Hipster Style, der in Amerika entwickelte Trend ist seit einiger Zeit auch nach Deutschland geschwappt und erfreut sich hier großer Beliebtheit

Die Hipster-Bewegung hat ihre Ursprünge in den amerikanischen Großstädten der 40er Jahre. Mehr als eine reine Modeerscheinung verkörpert Hipster einen Lifestyle, der das Anders-Sein und Anders-Denken einer Alternativkultur der urbanen Mittelschicht ausdrückt. Den damaligen Dresscode zeichneten überdimensionale Baskenmützen und schwarze Kleidung aus. Dunkle Sonnenbrillen, Unterlippenbärte und die Neigung zu illegalem Drogenkonsum waren typische Begleiter des alten Hipster. Als Namensgeber dieses Trends steht der Musiker Harry "The Hipster" Gibson, der mit seinem schrillen Gesangstil und wilden Boogie-Woogie-Rhythmen auf dem Klavier als Vorreiter der späteren Rock 'n Roll-Ära gilt. Auch die rebellische Hipster-Frisur wurde schon damals bevorzugt in Künstlerkreisen getragen: Little Richard oder James Dean waren zwei von ihnen.

Hipster-Style, der andere Undercut

Der Hipster-Look ist schnell erklärt: Die Seiten und der Nacken werden mit der Maschine ultrakurz oder mit der Schere geschnitten, ganz Mutige rasieren komplett. Das Deckhaar bleibt mittellang oder lang und ohne übergang - und genau hierin liegt das Styling-Potential der wandlungsfähigen Trendfrisur. Glattes Haar wird mit Seitenscheitel frisiert, das mit asymmetrischem Pony ins Gesicht fällt. Eine Scheitelseite bleibt lang, die andere Seite kurz rasiert und Haarlack fixiert die Haarpracht exakt. Nach Irokesenart läuft das Deckhaar bis zum Nacken aus oder Strähnen werden mit einem groben Kamm aufgerissen, um quirlige Dynamik zu erzeugen. Stabilisierendes Gel formt die Deckhaare über der Fönbürste zu einer Rockabilly-Tolle, alternativ wird es mit eingearbeiteten Haarwachs elegant im Dandy-Look zurückgekämmt. Eine Haarlänge bis ca. 7cm ist ideal für den zerzausten Out-of-bed-Look, der mit einem Drei-Tage-Bart erst wirklich cool wirkt. Die auffälligste Variante OlaSeku (Oben lang, Seiten kurz) verlangt einen etwa kopfbreiten Haarstreifen mit ca. 10 cm Länge, der mit gerade oder diagonal gezogenem Seitenscheitel frisiert wird. Sogar Naturlocken werden mit einem Hipster-Schnitt gebändigt und einfach mit den Fingern in Form gebracht.

Wer trägt Hipster?

In Deutschland sind Hipster-Frisuren vor allem in den bunten Szene-Vierteln der Metropolen bei Männern zwischen 20 und 30 Jahren zu sehen. Auch große Modelabels sprechen mit Hipster-gestylten Trendsettern wie David Beckham den unangepassten, kreativen Look an. Ob sportlich oder elegant, der Hipster ist so variantenreich, dass er zu jeder Gesichtsform vorteilhaft wirkt. Meist wird das Outfit noch mit einer bunten Nerd-Sonnenbrille oder einer schicken Ray-Ban Wayfarer aufgepeppt. Der Charakter dieses Schnittes ist außerdem androgyn, er wird gleichermaßen auch von Frauen getragen. Wichtig bei jeder Variante sind Pflegeprodukte, die dem Deckhaar Fülle und einen schönen Glanz verleihen. Tönungen oder Strähnen sorgen bei feinerem Haar zusätzlich für mehr Festigkeit und tolle Farbeffekte.